Wie läuft eine Begabungsdiagnostik bei Talentum ab?

Begabungsdiagnostik im Kindes- und Jugendalter

Ziel der Begabungsdiagnostik

Eine Begabungsdiagnostik dient nicht ausschließlich der Feststellung eines Intelligenzquotienten.

Sie hilft dabei, differenziert zu verstehen:

  • Wie lernt das Kind?
  • Wo liegen besondere Stärken?
  • Gibt es Leistungsdiskrepanzen?
  • Wie erlebt das Kind schulische Anforderungen?
  • Besteht Über- oder Unterforderung?
  • Gibt es Hinweise auf weitere Entwicklungsbesonderheiten?

Begabung wird bei uns stets im Zusammenhang mit Persönlichkeit, Selbstkonzept und schulischem Kontext betrachtet.

Unser fachlicher Hintergrund

Unsere Diagnostik wird von Psycholog:innen und Psychotherapeut:innen durchgeführt.

Alle beteiligten Fachpersonen verfügen über:

  • langjährige diagnostische Erfahrung
  • fundierte Ausbildung in Intelligenzdiagnostik
  • Spezialisierung im Bereich ADHS und Autismus
  • Erfahrung in differentialdiagnostischer Einordnung

Die umfassende Betrachtung des Kindes gehört bei uns fachlich zum Standard.

Vorbereitung vor dem Termin

Vor dem Diagnostiktermin erhalten Eltern und Kind Fragebögen zur Vorbereitung.

Diese dienen der strukturierten Erfassung:

  • schulischer Situation
  • Selbstkonzept
  • Lernverhalten
  • emotionaler Belastungsfaktoren

Wir bitten vorab um Zusendung von:

  • aktuellen Schulzeugnissen
  • bereits vorliegenden Befund- oder Arztberichten
  • therapeutischen Stellungnahmen
  • optional einer schriftlichen Rückmeldung der Lehrkraft bei bestehenden Fragestellungen

Je vollständiger die Unterlagen vorliegen, desto differenzierter kann die Einordnung erfolgen.

Diagnostische Verfahren

Für die Intelligenzdiagnostik verwenden wir:

  • die aktuelle Wechsler-Reihe
    oder
  • den IDS-2 (Intelligence and Development Scales)

Die Auswahl erfolgt alters- und situationsangemessen, insbesondere wenn bereits Voruntersuchungen durchgeführt wurden.

Beide Verfahren sind wissenschaftlich anerkannt und ermöglichen eine differenzierte Erfassung kognitiver Fähigkeiten.

Erweiterte Einordnung

Zusätzlich zur Intelligenzdiagnostik erfassen wir:

  • schulbezogenes Selbstkonzept
  • Lern- und Motivationsorientierung
  • emotionale und schulische Belastungsfaktoren

Dadurch erhalten wir ein umfassendes Bild:

  • Wie schätzt das Kind seine eigenen Fähigkeiten ein?
  • Wie werden schulische Anforderungen erlebt?
  • Besteht eine Diskrepanz zwischen Fähigkeit und Selbstbild?
  • Gibt es Hinweise auf Überforderung oder Underachievement?

Im Rahmen der dreistündigen Diagnostik beobachten wir zudem:

  • Aufmerksamkeit
  • Arbeitsverhalten
  • Frustrationstoleranz
  • soziale Interaktion

Sollten sich Hinweise auf weitere Fragestellungen ergeben (z. B. ADHS, Autismus oder emotionale Belastungen), wird dies rückgemeldet und ggf. eine weiterführende Diagnostik empfohlen.

 

Ablauf der Begabungsdiagnostik

Die Diagnostik findet in einem Termin von ca. drei Stunden statt.

1. Kennenlernen

Zu Beginn nehmen wir uns Zeit für ein kurzes Kennenlernen.

Je nach Alter und Situation:

  • beginnen wir mit einem Gespräch
  • starten direkt mit Testaufgaben
  • gestalten den Einstieg spielerisch

Der Ablauf wird individuell an das Kind angepasst.

2. Testdurchführung (ca. 90 Minuten)

Erfasst werden unter anderem:

  • sprachliche Fähigkeiten
  • logisches Denken
  • visuell-räumliche Kompetenzen
  • Arbeitsgedächtnis
  • Verarbeitungsgeschwindigkeit

Parallel erfolgt eine differenzierte Verhaltensbeobachtung.

3. Direkte Ergebnisbesprechung

Im Anschluss erfolgt eine ausführliche Besprechung der Ergebnisse.

Dabei erläutern wir:

  • das Intelligenzprofil
  • besondere Stärken
  • mögliche Schwächen
  • Teilbereichsunterschiede
  • schulische Einordnung

Falls gewünscht, ist im Anschluss auch eine Rücksprache mit der Schule möglich.

4. Schriftlicher Bericht

Sie erhalten einen ausführlichen schriftlichen Bericht mit:

  • Darstellung der Testergebnisse
  • verständlicher Interpretation
  • entwicklungsbezogener Einordnung
  • Empfehlungen für Förderung oder weitere Schritte

Auch nach Abschluss der Diagnostik beantworten die durchführenden Fachpersonen Rückfragen. Sollten Lehrer*innen oder Erzieher*innen ein Gespräch wünschen, setzen wir usn gern mit diesen in Verbindung.

Weiterführende Unterstützung

Je nach individueller Situation können im Anschluss weitere Unterstützungsangebote sinnvoll sein.

In unserer Praxis bieten wir – sofern Kapazitäten vorhanden sind – unter anderem an:

  • Psychotherapie
  • Soziales Kompetenztraining
  • Emotionsregulationstraining
  • Lerncoaching
  • Elternberatung

Therapieplätze sind erfahrungsgemäß begrenzt, eine individuelle Abstimmung ist jedoch möglich.

Unser diagnostischer Anspruch

Begabungsdiagnostik ist für uns mehr als die Ermittlung eines Zahlenwertes.

Wir betrachten:

  • kognitive Fähigkeiten
  • emotionale Faktoren
  • schulische Situation
  • individuelle Entwicklungsbedingungen

Diese umfassende Betrachtung basiert auf fachlicher Erfahrung, kontinuierlicher Weiterbildung und langjähriger Arbeit mit Kindern und Jugendlichen.

Die differenzierte Einordnung gehört bei uns zum diagnostischen Standard.